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Setenil de las Bodegas – ein Spaziergang am Morgen durch eins der weißen Dörfer in Andalusien

Headerbild Spanien Reisetipps Andalusien Setenil de las Bodegas

Die Kleinstadt Setenil de las Bodegas in der Provinz Cádiz im Süden von Spanien, liegt an der „Straße der weißen Dörfer“. Die weißen Dörfer sind bekannt für ihre labyrinthartig angeordneten Gassen und vor allem durch ihre weiß getünchten Häuser.

Ich habe Setenil de las Bodegas an einem Tag mit meinem Besuch in Ronda verbunden. Viel Zeit, um die verwinkelten Straßen zu erkunden blieb nicht, aber mir hat es so gut gefallen, dass ich euch diesen zuckersüßen Ort in Andalusien einfach vorstellen muss.


Inhaltsverzeichnis

Setenil de las Bodegas

Calle Cuevas del Sol und Calle Cuevas de la Sombra
Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra
Calle Herreria
Aussichtspunkt Mirador del Carmen


Setenil de las Bodegas

Von Malaga aus startet mein Tagesausflug zu zwei der schönen weißen Dörfer in Andalusien. Auf Spanisch nennt man sie Pueblos Blancos und ich wage jetzt einfach mal zu behaupten, dass sie den Borghi in Italien oder den Les Plus Beaux Villages in Frankreich entsprechen – also wunderschöne, teils kleine Orte mit unvergleichlichem Flair und historischem Charme.

Während wir gut anderthalb Stunden durch die Landschaft des südlichen Spaniens fahren und die hügelige Landschaft an mir vorbeizieht, hab ich bei weitem keine Vorstellung davon, wie schön Setenil de las Bodegas ist. Ich erwarte ehrlich gesagt auch nicht allzu viel.

Landschaft in Andalusien
Blick auf die Landschaft durch die blau getönten Fensterscheiben

Der Bus, mit dem ich unterwegs bin, hält an einem unscheinbaren Parkplatz vor dem Zentrum von Setenil de las Bodegas. Alle Mitreisenden steigen aus und wir hören den Infos unseres Fahrers zu. Er wird uns zu Fuß zum Zentrum bringen. Dann haben wir eine Stunde Zeit, uns ein Bild von Setenil de las Bodegas zu machen und treffen uns pünktlich zur Weiterfahrt in anderthalb Stunden wieder hier am Parkplatz.

Ja, wir werden nicht alles erkunden können und der Ort ist so früh noch nicht auf Besucher eingestellt, aber Setenil de las Bodegas wird uns gefallen. Das klingt doch gut. Und was im Warnemünde zeitlich gut geklappt hat, wird in Setenil de las Bodegas sicher auch klappen.

Calle Cuevas del Sol und Calle Cuevas de la Sombra

Unser Tourguide bringt uns zu zwei der schönsten Straßen von Setenil de las Bodegas. Die Calle Cuevas del Sol und die parallel verlaufende Calle Cuevas de la Sombra sind das Aushängeschild der Kleinstadt. Getrennt werden beide Straßen durch den Fluss Trejo, der sich im Laufe der Jahrhunderte tief in einen Felsen gegraben hat. Die so entstandene Überdachung haben sich die Leute zunutze gemacht und ihre Häuser unter die Felsen gebaut.

Calle Cuevas del Sol in Setenil de las Bodegas am Morgen
Calle Cuevas del Sol in Setenil de las Bodegas am Morgen

Mich erinnert es etwas an die Höhlentempel von Dambulla auf Sri Lanka. Nur mit Restaurants, anstatt Buddhastatuen und der Tatsache, dass der Felsen nicht über den Hauseingängen beginnt, sondern auch die Straße überlappt. Das ist wirklich eindrucksvoll.

Die Zeit läuft. Die kleine Reisegruppe schwärmt aus, um den Ort zu erkunden. Ich entscheide mich dafür, zuerst die Calle Cuevas de la Sombra zu erkunden, dann durch den Ort bergauf zum Aussichtspunkt Mirador del Carmen zu gehen.

Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra

Das besondere an der Calle Cuevas de la Sombra ist, dass ein Teil von ihr vollständig vom Felsen bedeckt ist. Und das ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Setenil de las Bodegas: der Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra.

Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra
Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra
Detail vom Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra
Detail vom Roca sobre Calle Cuevas de la Sombra

Was super ist für einen Besuch um diese Uhrzeit: Man hat den Ort gefühlt für sich allein. Der Nachteil ist natürlich, dass noch keine Geschäfte geöffnet sind und mir so die Chance auf einen Snack entgeht. Aber egal. Weiter gehts.

Ich laufe weiter bergauf durch die Straßen von Setenil de las Bodegas. Es ist kurz vor halb 11 an einem Wochentag und weit und breit ist kaum ein Mensch zu sehen. Das ist schon etwas komisch. Vielleicht arbeiten die meisten Einwohner außerhalb oder flüchten vor den Touristenmassen, die Setenil de las Bodegas täglich besuchen. Wer weiß.

Straßenzug in Setenil de las Bodegas
Straßenzug in Setenil de las Bodegas
Straße in Setenil de las Bodegas
Wie eine Geisterstadt – niemand zu sehen in Setenil de las Bodegas

Calle Herreria

Mein nächstes Highlight ist die Calle Herreria. Sie ist eine der schönsten und romantischsten Straßen Andalusiens. So jedenfalls preist sie die Schautafel, die am Fuß Calle Herreria steht, sie an. Schön ist die Straße auf jeden Fall.

Die weiß getünchten Häuser mit ihren schokobraunen Fensterläden schmiegen sich an den sandfarbenen Fels. Farbtupfer in dem harmonischen Anblick sind die knallroten Geranienblüten, die in den Blumentöpfen auf den Balkonen stehen.

Häuser in der Calle Herreria

Aussichtspunkt Mirador del Carmen

Von hier aus geht es für mich wieder ein Stück bergab auf der Calle Tirana, die neben dem Fluss Trejo verläuft. Die eckige Festung Castillo de Setenil de las Bodegas, die hoch über dem Ort thront, kann man von hier aus gut sehen, aber der Postkartenblick auf Setenil de las Bodegas wartet noch auf mich.

Straßenzug in Setenil de las Bodegas
Aussicht auf Setenil de las Bodegas von der Calle Tirana

Den hat man vom Aussichtspunkt Mirador del Carmen. Ganze 93 Stufen trennen mich noch von der schönsten Aussicht auf den Ort. Oben angekommen treffe ich auf einige Mitglieder meiner Reisegruppe. Die sind allesamt fleißig am Fotografieren und natürlich lasse ich es mir nicht entgehen, auch ein, zwei oder drei Bilder von dieser wunderschönen Aussicht auf die Festung Castillo de Setenil de las Bodegas und die Iglesia N. S. Encarnación zu machen.

Aussicht vom Mirador del Carmen



Aber auch die Ansicht auf den Ort selbst kann sich sehen lassen. Wie Legosteine scheinen sich die weißen Häuser übereinanderzustapeln. Wirklich schön.

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Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es Zeit wird, zurück zum Treffpunkt zu gehen. Ich stapfe die 93 Stufen wieder herab und schlendere jetzt die Cueva del Sol entlang. Die Restaurants haben nun ihre Tische aufgestellt und es sind tatsächlich ein paar Besucher vor Ort.

Calle Cuevas del Sol in Setenil de las Bodegas

Wer weiß, vielleicht kommen die Busse voller Touristen wirklich erst später oder meine Reisezeit war einfach perfekt gewählt, um Setenil de las Bodegas zu besuchen. Wie auch immer, ich finde, ein Abstecher in das Zentrum der Kleinstadt lohnt sich. Und das selbst dann, wenn man nicht genug Zeit hat, alle Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Ich komme sicher noch mal wieder, um den Rest von Setenil de las Bodegas zu erkunden. Vielleicht ja auch im Zuge eines Roadtrips zu den anderen weißen Dörfern von Andalusien. Ja, eigentlich ist das keine schlechte Idee.

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Jetzt bin ich gespannt, wie euch der Blogartikel zu Setenil de las Bodegas an der Costa del Sol gefallen hat. Habt ihr bereits eins der weißen Dörfer in Andalusien besucht?

Lasst mir gerne einen Kommentar da!

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