Eins der Top Highlights, das man bei einer Rundreise durch Sri Lanka auf keinen Fall verpassen sollte, ist die Zugfahrt zwischen Kandy und Ella. Durch saftig grüne Teeplantagen schlängelt sich der urtümliche Zug bergauf und bergab. Den Spaß habe ich mir nicht nehmen lassen.
Danach stand noch ausgiebiges Sightseeing in Kandy auf dem Programm.
Aber beginnen wir von vorn. Mit meiner Anreise ins Hochland nach Ella.
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Ella
Ich sitze in einem richtig vollen Bus. Bollywoodartige Musik dröhnt laut aus den großen Boxen über mir. Der Bus lehnt sich in die Kurve, alle Insassen machen notgedrungen mit.
Wir sind recht zügig unterwegs. Das ist keine Seltenheit, wenn man mit den öffentlichen Bussen durch Sri Lanka reist.
Einige Stunden später erreiche ich einen kleinen Bahnhof. Hier ist Endstation für mich. Mein Bus rumpelt laut musizierend davon.
Es beginnt zu regnen. Der nächste Zug nach Ella fährt erst in zwei einhalb Stunden. Klasse.
Hier oben ist es zudem ganz schön frisch. Ich krame einen Pullover aus dem Rucksack und nehme ein Tuk Tuk. Wir rauschen durch den strömenden Regen an einem Wasserfall vorbei.
Sobald ich an meiner Unterkunft ankomme, wandelt sich der Regen in Niesel. Ich bestelle mir erst mal eine Kanne Tee. Schließlich bin ich hier im Herzen des Teeanbaugebietes der Insel. Die nassen Klamotten tausche ich schnell gegen trockene und schaue mir die Bergszenerie von meinem Balkon aus an.
Abends gehe ich runter ins Stadtzentrum. Es ist erstaunlich viel Betrieb hier. Ella selbst ist ein kleiner Ort, dessen Zentrum vor Restaurants und Unterkünften nur so strotzt. Rund um die Stadt kann man alle möglichen Ausflüge machen. Von Wandern auf den Adams Peak, Quadfahren, Ziplining, Kochkurse und und und. Langweilig wird es hier nicht. Ich mache an einem der vielen Restaurants halt und bestelle mir Curry. Das ist wahnsinnig lecker und nicht zu scharf. Hier ist alles super auf Touristen ausgelegt.
Am nächsten Morgen schrillt um 5:30 der Wecker. Es ist noch dunkel draußen. Ist nicht meine Zeit, aber ich möchte wenigestens einen kleinen Blick in die Umgebung werfen, bevor es mit dem Zug nach Kandy geht. 30 Minuten später stapfe ich frisch geduscht durch die verschlafenen Straßen richtung Ortsausgang.
Ich muss ehrlich sagen, dass es wahnsinnig schön ist. Die Vögel zwitschern, eine Affenmutter mit ihrem Nachwuchs hangelt sich an den Stromleitungen entlang und im Hintergrund der Berge geht langsam die Sonne auf.
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Zugfahrt durchs Hochland
Gegen 9:00 Uhr treffe ich am Bahnhof von Ella ein. Im Gegensatz zur Zugstecke Negombo – Colombo sind hier mehr Touris als Einheimische anzutreffen. Kein Wunder – die Zugstrecke durch Sri Lankas Hochland gilt als eins der top Highlights für einen Besuch auf der Insel.
Mein Ticket für die Strecke Ella – Kandy brauchte ich nicht vorbuchen. Die Strecke von Kandy aus zu fahren ist wesentlich beliebter. Da macht eine Vorreservierung eher Sinn.
Ca. 150 km trennt die beiden Städte voneinander. Für die Distanz braucht der Zug zwischen 6-9 Stunden durch das bergige Hochland. Um ehrlich zu sein, hat mir die Aussicht, ca. 7 Stunden auf einer Holzbank in der dritten Klasse zu sitzen, nicht gerade ein Funkeln in die Augen gezaubert. Auch wenn man da am ehesten mit Einheimischen unterwegs sein soll.
Ganz elitär in der ersten Klasse zu reisen klang auch nicht so spannend. Hier sollen sich die Fenster nicht öffnen lassen. Zum Fotografieren macht es schlichtweg auch wenig Sinn. Daher habe ich mein Ticket für die zweite Klasse gelöst. Ein gepolsterter Sitzplatz, offene Fenster und ein Mix aus Einheimischen und Touristen ist doch ein super Kompromiss.
Die ersten Kilometer bekomme ich kaum mit, was im Abteil passiert. Staunend hängt mein Blick an den unzähligen Teeplantagen fest, die teils im Schritttempo an meinem Zugfenster entlang streifen.
Superschön. Den anderen Touris geht es ähnlich.
An jedem Bahnhof, an dem der Zug stoppt, nutzen Händler ihre Chance, um alles mögliche an Knabbereien zu verkaufen.
Nach 3 Stunden Fahrt erwerbe ich eine Tüte Wadi’s. Die Wadis, die ich vor ein paar Tagen in Unawatuna probiert hatte, sahen anders aus. Hier habe ich wohl einen Mix erworben. Natürlich probiere ich sie trotzdem. So richtig überzeugt mich weder der Geschmack noch die Konsistenz.
Ich knabber an den anderen Bällchen jeweils auch ein bisschen rum. Meinen Geschmack trifft es nicht. 2 Haltestellen später liegt, wie so oft an den Bahnhöfen, ein abgemergelter Straßenhund.
Ich werfe ihm ein Bällchen zu. Er läuft aufgeregt hin. Schnuppert dran und geht weg. Ok, deutlicher kann man es nicht sagen.
Die letzten paar Stunden ziehen sich. Ich kann langsam nicht mehr sitzen. Die Landschaft hinter den Zugfenstern ist lang nicht mehr so spektakulär wie zu Beginn.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Strecke ab Kandy interessanter ist. Hier fahrt ihr langsam bergauf in die unzähligen Teeplantagen.
Falls ich noch mal fahre, würde ich auch einen Stop in Nuwara Eliya einlegen. Wechselschuhe, lange Hose und ein Pullover schaden hier definitiv nicht. Die Wege sind ganz schön matschig, falls es vorher geregnet hat.
Der Ort liegt auf der Hälfte der Strecke und soll auch richtig schön sein. Zudem sind 8 Stunden durchsitzen einfach zu lang.
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Kandy
Meine Tour durch die Hauptstadt des letzten singhalesischen Königreiches beginnt an der Bahirawakanda Vihara Buddha Statue. Sie steht auf dem Bahirawa Kanda Hügel und gehört mit ihren 24 Metern zu den höchsten Buddha-Statuen in Sri Lanka.
Ihr habt fast aus jedem Winkel der Stadt einen guten Ausblick auf die Statue. Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem. Allein der Panoramablick auf die Stadt ist den Ausflug wert.
Vom Bahirawa Kanda Hügel bis ins Stadtzentrum sind es gut 1,5 km. Kandys Innenstadt ist voller Touristengruppen, die auf dem Weg zum Sri Dalada Maligawa, besser bekannt als der Zahntempel, sind. Der 1782 erbaute Tempel soll prunkvolle Verzierungen, eine Bibliothek und ein Museum beinhalten. Die wahre Anziehungskraft geht aber von einem Eckzahn des ersten Buddhas aus, der hier aufbewahrt wird.
Der alljährliche Festumzug Esala Perahera setzt dem ganzen die Krone auf. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über mehrere Tage zwischen Juli und August. Traditionelle Tänzer, Trommler, Stelzenläufer und weitere Akteure nehmen an den Paraden teil. Der Hauptstar ist eine Zahnreplik, die als Höhepunkt der Feierlichkeiten auf einem Elefantenrücken durch die Straßen getragen wird.
Kandys Innenstadt ist nicht riesig, aber super für Touristen ausgelegt. Nördlich und westlich vom Kandy Lake findet ihr alles, was man braucht an Restaurants, Shops und Unterkünften. Schön sind die alten Häuser im Kolonialstil, die ab und an im Straßenbild auftauchen.
Waldpark Udawatta Kele
Ich bin ein Naturfreund, also lag ein Besuch im Waldpark einfach nahe. Der liegt oberhalb des Zahntempels. Auf dem Weg zum Haupteingang sehe ich die ersten Affen auf der Straße. Wildschweine, Hirscharten, Lianen, Riesenbambus und weitere heimische Tier- und Pflanzenarten soll man hier gut beobachten können. Am Eingang bezahle ich Eintritt und bekomme dafür eine Karte mit den Wanderwegen.
Der Park ist richtig schick. Es liegt kein Müll herum und die Wege sind gut ausgebaut. Hier entlangzuspazieren ist ein toller Kontrast zur Stadtbesichtigung.
Durch das dichte Blätterdach ist es hier auch angenehm kühl.
Das wiederum hat den Nachteil, dass einige Abschnitte des Weges matschig sind. Generell ist das nicht weiter schlimm. Wären die Blutegel nicht, die im Matsch auf Beute lauern. Ich hab das erst gar nicht mitbekommen, bis irgendwas auf meinem Schuh rumkrabbelte. Die kleinen Würmer sind hartnäckige Kandidaten.
Königlicher Botanischer Garten Peradeniya
Entspannter und kultivierter lässt sich die heimische Flora in Kandys Botanischem Garten bestaunen. Er zählt mit zu einer der Attraktionen der Stadt. Am besten reist ihr mit dem öffentlichen Bus oder einem Tuk Tuk an, da der Park gut 5 km außerhalb der Innenstadt liegt.
Er ist in 6 verschiedene Gartenarten auf einer Fläche von 80 Hektar unterteilt.
Um den ganzen Park zu erkunden, war es zu spät. Trotzdem wollte ich mir die riesige Flughund Kolonie nicht entgehen lassen. Die halten sich – wie sollte es auch anders sein – im hinteren Teil des Gartengeländes auf.
Abends falle ich einfach nur noch ins Bett. Am nächsten morgen geht es früh weiter Richtung Dambulla. Allerdings habe ich die Rechnung nicht ohne meine Gastgeber gemacht. Die haben mir ein typisch sri lankansiches Frühstück gezaubert. Oder eher eine Auswahl von allem, was man hier so zum Frühstück isst.
Das war super lecker!
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